Aktuelles

Neue Image-Kampagne als große Verpflichtung

Zeitgleich mit dem vorläufigen Ende der SPD-Regierung in NRW wurde die neue Image-Kampagne für das Ruhrgebiet vorgestellt. Sie verkörpert das gelebte Ziel der Sozialdemokraten und ist nun eine hohe Verpflichtung für die neue CDU/FDP-Regierung:
Metropole Ruhr - Stadt der Städte. 5. Mio. Menschen. 53 Städte. 1 Metropole. Urbaner Ballungsraum. Wirtschaftliches Herz Europas. Heimat für Millionen.

Ohne internationale Handelsfreiheit geht es nicht

Wer die nationale Isolierung eines Landes fordert, hat die modernen Wirtschaftsstrukturen nicht verstanden. In Deutschland gibt es rund 3,6 Millionen klein- und mittelständische Unternehmen (KMU). Diese steuern über 55% zur gesamten Nettowertschöpfung der Wirtschaft bei, dort sind 58% aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten angestellt sowie fast 82% aller Auszubildenden. Im Mittelstand exportieren rund 70% der Unternehmen Waren und Dienstleistungen ins Ausland. Aber auch bei den Kleinunternehmen sind gut 50% auf Auslandsmärkten aktiv. 1.300 deutsche Unternehmen (KMU) sind „Hidden Champions“ – also innovative Weltmarktführer in den jeweiligen Branchen. Die Politik bleibt aufgefordert, durch Steuererleichterungen, Bürokratieabbau, schnelle Internetverbindungen, Förderung der Energieeffizienz und die verbesserte Aus- und Fortbildung die KMU weiterhin gut zu unterstützen.

Existenzgründung in Deutschland: Fehlende Dynamik ist hausgemacht

Deutschland ist kein Land der Gründer. Von den 18- bis 64-Jährigen nehmen aktuell nur 4,6% eine Gründung wirklich in Angriff. Nur magere 37,4% trauen sich eine Gründung überhaupt zu. Woran liegt das? Es fehlt nicht an Kapital, an Fördermitteln oder Marktchancen. Die Probleme liegen im gesellschaftlichen Bereich. Die Ausbildung von Gründerkompetenzen an Schulen, Universitäten und außerschulischen Einrichtungen ist mangelhaft. Der Stellenwert von Eigeninitiative, Mut und Risikobereitschaft sowie Kreativität ist nur schwach ausgeprägt. Die Überregulierung durch die Verwaltung und die hohen und oftmals undurchsichtigen Steuerbelastungen schrecken ab.

Pflege: Sozialämter dürfen bei Kosten der Unterkunft nicht sparen


Claudius Hasenau

Ambulant betreute Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte Mieterinnen und Mieter müssen besondere Anforderungen an den Wohnraum erfüllen. Diese Anforderungen führen zu erhöhten Kosten. Immer mehr Sozialämter in NRW betrachten diese Kosten jedoch als unangemessen. Zu einem abweichenden Schluss kommt allerdings ein juristisches Gutachten, das der Fachverband wig Wohnen in Gemeinschaft NRW bei den Sozialrechtlern Prof. Dr. Utz Krahmer (Düsseldorf) und Prof. Dr. Sven Höfer (Freiburg) in Auftrag gegeben hat. Bei Mieterinnen und Mietern, die auf Sozialhilfe angewiesen sind (durchschnittlich bis zu 50%), darf das Sozialamt nicht an den Kosten der Unterkunft als Teil der Hilfe zum Lebensunterhalt sparen. Die besonderen Bedarfe der Erkrankten sind bei der Angemessenheitsprüfung grundsätzlich höher zu bewerten als die örtliche Referenzmiete. „Durch das Rechtsgutachten sehen wir unsere juristischen Bedenken gegen die restriktive Haltung der Sozialverwaltung vollumfänglich bestätigt“, sagt der wig-Vorsitzende Claudius Hasenau aus Gelsenkirchen. „Die Kosten der Unterkunft in ambulant begleiteten Wohngemeinschaften sind nicht mit dem sozialen Wohnungsbau zu vergleichen.“

 

AGS warnt vor zu wenig IT-Investitionen

In Deutschland hat der Mittelstand als Arbeitgeber eine große Bedeutung. Aber die Zukunftsfähigkeit ist bedroht. Die Investitionen in Forschung & Entwicklung für neue Patente sowie digitale IKT-Innovationen sind nicht besonders ausgeprägt. Ein Grund: Nur 0,7% der Beschäftigten in Deutschland gelten als IT-Experten. 

(Solo-)Selbständige sozial besser absichern


Wolfgang Moellers

Die SPD-Bundestagsfraktion hat das Ziel, die Selbständigen möglichst umfassend in die verschiedenen Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung einzubeziehen. Der Zugang hierzu soll für Selbständige gezielt wirtschaftlich attraktiver und einfacher gemacht werden, den Besonderheiten der Einkommenserzielung Selbständiger soll dabei Rechnung getragen werden. In der gesetzlichen Krankenversicherung soll die Beitragsbemessung für Selbständige - analog zu derjenigen für die abhängig Beschäftigten - einkommensabhängig ausgestaltet werden. Die bisher fälligen sehr hohen Mindestbeiträge würden entsprechend sinken. Das ist ein erster Schritt hin zu einem Modell der solidarischen Bürgerversicherung. Für die Alterssicherung von Selbständigen sollen konkrete Schritte in Richtung einer Erwerbstätigenversicherung gegangen werden. Auch Selbständige sollen in Zukunft grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein. Eine Ausnahme gilt für Selbständige, die Mitglied in einem bestehenden Versorgungswerk sind beziehungsweise werden können. Für alle heute bereits selbständig Tätigen sollen großzügige Übergangsregelungen gelten, die sich an Altersgrenzen und dem Umfang der bereits geleisteten Vorsorge orientieren.

 

Soziale Situation von Selbständigen muss verbessert werden

Von den rund 40 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland sind 4,1 Mio. selbständig tätig. 2,3 Mio. davon sind Solo-Selbständige ohne eigene Angestellte. NRW weist mit 18,5% den höchsten Anteil an Solo-Selbständigen unter allen Bundesländern auf. 30% der Solo-Selbständigen beziehen ein nur geringes Monatsnettoeinkommen von bis zu 1.100,- Euro. 20% hingegen ein Monatsnettoeinkommen ab 2.600,- Euro aufwärts. Entsprechend gestaltet sich die soziale Absicherung. Während fast alle Selbständigen einen Krankenversicherungsschutz haben, sind nur rund 300.000 in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen (zuzüglich Versorgungswerke und Landwirte). Rund 3 Mio. Selbständige sind nicht gesetzlich/obligatorisch fürs Alter abgesichert. Dadurch ergibt sich im Schnitt ab dem 65. Lebensjahr ein Nettoeinkommen von 1.435,- Euro. Ein großer Teil der Selbständigen liegt dabei unter 1.000,- Euro und 9% über 3.000,- Euro. Auch muss die Vereinbarkeit der Selbständigkeit mit der Erbringung von Pflegeleistungen in der Familie deutlich verbessert werden. Trotz allem kann eine Solo-Selbständigkeit erfolgreich und befriedigend sein. Fünf Jahre nach der Gründung (bei rund 680.000 Gründern pro Jahr) sind 62,5% der Gründer weiterhin selbständig, 18,7% angestellt und nur 2,3% arbeitslos. Quelle: Drucksache 18/10762 des Bundestages

AGS Gelsenkirchen trifft NRW-Arbeitsminister Schmeltzer


Wolfgang Moellers

NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer hatte gute und hoffnungsvolle Botschaften für die Emscher-Lippe-Region im Gepäck. Der Vorstand der AGS Gelsenkirchen hörte aufmerksam das klare Bekenntnis der NRW-Landesregierung zur Wirtschaftsentwicklung. Auf dem Neujahrsempfang der AGS Bottrop sprach sich der Minister für die gezielte Förderung der Kommunen im nördlichen Ruhrgebiet aus. Dazu soll der Ausbau der schnellen digitalen Kommunikationsnetze vorangetrieben werden. Auch sollen die sehr erfolgreichen Projekte des sozialen Arbeitsmarktes für Langzeitarbeitslose weiter ausgebaut werden. Der NRW-Minister lobte ausdrücklich die enge Zusammenarbeit zwischen allen Arbeitsmarktakteuren in NRW. Nur so lasse sich ein Strukturbruch wie in den USA mit den bekannten negativen Folgen für die politische Kultur vermeiden. NRW gestalte seit Jahren einen sozial gerechten Strukturwandel und fördere insbesondere die zukunftsorientierte Schul- und Berufsausbildung.

 

SPD-Neujahrsempfang: NRW mit ausgeglichenem Haushalt


Wolfgang Moellers

Die Freude war dem NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans deutlich anzumerken. Er konnte das Jahr 2016 mit einem ausgeglichenen Haushalt ohne neue Schulden abschließen. Die Gründe für diesen Erfolg liegen aber nicht in einer eisernen Sparpolitik, sondern in gezielten Investitionsprogrammen und hohen Finanzzuschüssen an die Kommunen im Land. Dadurch konnten sich die Wirtschaftsleistung und der Arbeitsmarkt in NRW positiv entwickeln. In den nächsten vier Jahre will Norbert Walter-Borjans diese solide Haushaltspolitik mit Augenmaß weiter fortsetzen: „Wir wollen kleine und mittlere Einkommen sowie Familien mit Kindern entlasten. Dazu brauchen wir eine faire Umverteilung und einen konsequenten Kampf gegen Steuerhinterzieher.“ In den letzten Jahren konnte NRW durch den Ankauf von Steuer-CDs rund 6,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen erzielen. Der Finanzminister machte in diesem Zusammenhang seinen persönlichen Anspruch deutlich: „Für mich ist die SPD die Partei der Anständigen.“

 

Wie wird man zu einem der attraktivsten Zukunftsstandorte der Welt: Durch Offenheit oder Abschottung?

Kanada freut sich allein in 2016 über gut 3 Milliarden kanadische Dollar Gründer-Finanzierung. Damit entwickelt sich Kanada zu einem bedeutenden Investment-Standort für IT-Unternehmen. Welche Erfolgsfaktoren weist Kanada auf, um Nachwuchstalente und IT-Experten aus aller Welt anzulocken? Spitzen-Unis in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), eine fremdenfreundliche sozial-liberale Kultur, schnelle Einwanderungsverfahren und bezahlbaren Wohnraum. IT-Investoren werden angesprochen mit Steueranreizen (hohe Abschreibungen auf Forschung und Entwicklung), einem risikofreudigen Finanzierungsumfeld, einer schlanken Bürokratie, ausreichend Büro- und Laborräumen, der Beteiligung an Freihandelszonen und guten Clustern aus Wissenschaft und Industrie. Quelle: Wirtschafts-Woche 3/2017

Steuern und Abgaben 2017: Die Belastung darf nicht höher werden

Ein gut funktionierender Sozialstaat bietet Sicherheit, Gerechtigkeit und sozialen Frieden. Das sind die Grundlagen für eine zukunftsorientierte gesellschaftliche Weiterentwicklung. Der Staat braucht für die ausgleichende Umverteilung passende Einnahmen. Die Belastungen für die Leistungsträger in der Mittelschicht dürfen aber auch nicht zu groß werden. Das würde jeden Anreiz zu einer wirtschaftlich relevanten Beschäftigung oder Selbständigkeit zerstören. Volker Stern, Ökonom beim Bund der Steuerzahler, erstellt jährlich für die Zeitschrift Wirtschaftswoche Modellrechnungen zu den Belastungen durch Steuern (direkt, indirekt), Abgaben und Gebühren. Die Gesamtbelastung bei einem Single-Haushalt (Miete, 70qm) mit rund 6.000 Euro Brutto-Monatseinkommen liegt derzeit bei knapp über 62%. Bei einem Ehepaar mit einem Alleinverdiener und zwei Kindern (Miete, 95 qm) mit einem Brutto-Monatseinkommen von rund 4.500 Euro immerhin noch bei fast 49%. Eine sozialdemokratische Politik muss darauf achten, dass die Belastungen fair verteilt sind und den Menschen Luft zum Atmen lassen.

Konsequente Wirtschaftsförderung in Gelsenkirchen schafft Arbeitsplätze

Dr. Günter Pruin, der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschusses, lobt die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Revier. In den letzten acht Jahren entstanden in Gelsenkirchen rund 9.000 neue Jobs, ein Plus von 14 Prozent: „Ich glaube nicht an Wunder und schon gar nicht auf dem Arbeitsmarkt. Hinter jedem dieser neuen Arbeitsplätze steckt die intensive Arbeit vieler Menschen, angefangen vom SPD-Oberbürgermeister über die Wirtschaftsförderung bis zur Politik der Bezirksvertretungen. Obwohl wir in Gelsenkirchen in den Leitmärkten tausende neue Arbeitsplätze vorweisen können, ist die strukturelle Langzeitarbeitslosigkeit nach wie vor die größte Herausforderung. Hier kann nur ein sozialer Arbeitsmarkt Fortschritte bringen. Hierfür müssen Bund und Land endlich die Voraussetzungen schaffen.“ Aus der Sicht der SPD-Fraktion wirken sich die Fördergelder, die für präventive Maßnahmen und für die allgemeine Stadtentwicklung ausgegeben werden, positiv auf die Investitionsbereitschaft in Gelsenkirchen aus.

Regionales Förderprojekt Arbeitgeber.Mittelstand.Zukunft – Unternehmen finden helle Köpfe

Die KMU in der Region stehen vor immer größeren Problemen, ihren Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften zu decken. Gleichzeitig werden aktuell rund 112.000 Studierende an 15 Hochschulen in Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen ausgebildet, die ein enormes Beschäftigtenpotenzial für die mittelständischen Unternehmen der Region bieten. Dieses akademische Potential direkt vor der Haustür bleibt jedoch von Seiten der regionalen KMU vielfach ungenutzt. Das Projekt „Arbeitgeber.Mittelstand.Zukunft – Unternehmen finden helle Köpfe“ setzt an der Professionalisierung des Recruitings von kleinen und mittleren Unternehmen zur Bindung von Hochschulabsolventen an. Durch das Sensibilisieren, Informieren und Aktivieren der KMU für ein strategisches Personalmarketing mit ausdrücklichem Fokus auf Hochschulstudierenden und -absolventen soll durch den damit intendierten Transfer der „Young High Potentials“ und ihrer Kompetenzen und Qualifikationen in die regionale Wirtschaft signifikanten Fachkräfteengpässen in den KMU proaktiv begegnet werden. Das Projekt ist auf 24 Monate angelegt. Im Projektverlauf werden insgesamt bis zu 60 Unternehmen erreicht (20 Unternehmen pro teilnehmender Stadt). Der Fokus ist auf technologieorientierte Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten gerichtet, die entsprechenden Bedarf an Hochschulabsolventen vorweisen.

IHK Startercenter stellt Jahresbilanz vor: Neigung zur Selbstständigkeit sinkt

Gemeinsam wollen die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen und die städtische Wirtschaftsförderung die Unternehmensbasis in Gelsenkirchen verbreitern. Seit Jahren geht die Zahl der echten Gründungen zurück. Die Selbstständigenquote ist in Gelsenkirchen mit acht Prozent (2013) unterdurchschnittlich. Im Münsterland beträgt sie 9,8 Prozent, in der Emscher-Lippe-Region 9,4 Prozent. 2015 verzeichneten IHK und Wirtschaftsförderung noch 924 Kontakte bzw. Beratungsgespräche von Gründungswilligen. 2016 wird die Zahl sich aller Voraussicht nach bei etwa 700 einpendeln. Verschärfend kommt hinzu, dass auch die Zahl der Unternehmen zurückgeht. Von 8719 Unternehmern vor Ort in 2010 wird sich ihre Zahl bis 2030 auf 7500 verringern. Viele Betriebe suchen händeringend Nachfolger, werden aber nicht fündig. Seit 2007 bündeln IHK und Wirtschaftsförderung die Unterstützungsangebote für Existenzgründer im Startercenter NRW Emscher-Lippe bei der IHK in Buer (Rathausplatz 7). Hier erhalten Gründungswillige erste Informationen zur Gründung, eine Einschätzung der Geschäftsidee, Hilfe bei der Erledigung von Formalitäten, aber auch eine Finanzierungs- und Intensivberatung. Zudem schiebt das Startercenter-Team an der Westfälischen Hochschule Gründungen an und informiert Schülerinnen und Schüler über Unternehmertum und Selbstständigkeit. Die örtliche Handwerkskammer betreibt in Gelsenkirchen ein weiteres Startercenter (Vom-Stein-Straße 34).

AGS trifft Unternehmer: APD – Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen

AGS+APD
Die AGS zu Gast bei der APD GmbH

 „Wir kümmern uns.“ Das meint APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau in einem umfassenden Sinne: „Kommunalpolitisch wird die Pflege leider immer noch als Kostenfaktor wahrgenommen. Dabei sind die Gesundheits- und Pflegedienstleistungen im Zusammenspiel mit den lokalen Zulieferern und Handwerkern ein sehr bedeutender städtischer Wirtschaftsfaktor.“ Die APD GmbH wurde 1993 gegründet und beschäftigt heute – als einer der zehn größten privaten Pflegedienstleister in Deutschland - an verschiedenen Standorten gut 330 Mitarbeiter, betreut über 760 Patienten und betreibt 110 Dienstfahrzeuge. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jochen Poß informierte sich zusammen mit Vertretern der AGS Gelsenkirchen vor Ort über die vielen unternehmerischen APD-Projekte. Hasenau: „Bis 2030 werden die Pflegefälle in unserer Stadt um gut 40% zunehmen. Auch die Herausforderungen durch die kultursensible Pflege werden zunehmen. Vor dem Hintergrund der demographischen und sozial-familiären Trends sowie der altersspezifischen Krankheitsbilder werden die traditionellen Lösungskonzepte nicht mehr ausreichen. Die Pflege muss insbesondere neue Wohnformen im Rahmen einer ganzheitlichen Quartiersentwicklung anbieten.“ Dabei denkt der APD-Geschäftsführer aber immer auch an den menschlichen Faktor: „Die Qualität unserer Dienstleistungen hängt von den Mitarbeitern ab. Hier setzen wir mit 50 Ausbildungsplätzen auf den eigenen Nachwuchs und auf eine professionelle Fachkräfteoffensive, die bis nach Serbien reicht. Auch werden wir die Familienfreundlichkeit unseres Unternehmens nachhaltig ausbauen.“

 

AGS NRW fordert Sozialversicherungspflicht für Selbständige

Der Landesvorstand der AGS NRW begrüßt ausdrücklich die Schritte der Bundesregierung zur Bekämpfung der „Scheinselbständigkeit“. Dieser Missbrauch verursacht großen volkswirtschaftlichen Schaden und diskreditiert das Wesen der Selbständigkeit als wesentlichen Faktor der kleinen und mittelständischen Wirtschaft. In der „Münsteraner Erklärung“ vom 09.07.2016 fordert die AGS, dass auch Selbständige in eine allgemeine Sozialversicherungspflicht einbezogen werden. Selbständige sollen gesetzlich verpflichtet werden, Beiträge in die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung einzuzahlen. Für bestehende Modelle der Kranken- und Altersvorsorge soll dabei ein Bestandsschutz gelten. Die Beiträge haben sich an den Beitragssätzen (in Prozent) für Arbeitnehmer zu orientieren und als Bemessungsgrundlage ist das reale Einkommen des Selbständigen zugrunde zu legen.

Selbständige brauchen eine starke Interessenvertretung


Wolfgang Moellers

Nur Einigkeit macht stark. In diesem Punkt konnten sich Wolfgang Moellers, der AGS-Vorsitzende in Gelsenkirchen, und Antonia Kühn vom DGB NRW in Düsseldorf die Hände reichen. Auf der Fachkonferenz „Prekäre Beschäftigung für Akademiker/innen“ der Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus e.V. im Wissenschaftspark forderten beide Podiumsteilnehmer gerade auch Solo-Selbständige und junge Wissenschaftler/innen auf, sich in Gewerkschaften und Parteien zu engagieren und ihre sehr berechtigten Interessen gemeinsam zu vertreten. Wolfgang Moellers: „Man braucht Mehrheiten und starke Gemeinschaften, um prekäre Arbeitsverhältnisse spürbar zu verbessern. Die viel zu niedrigen Honorare für gesellschaftlich relevante Bildungsarbeit müssen gesetzlich nach oben angepasst werden. Auch muss die soziale Absicherung von Solo-Selbständigen endlich angepackt werden. Dabei müssen die SV-Beiträge von realistischen Zahlen im Nachhinein auf der Basis der Steuerbescheide berechnet werden. Auch ist es ein guter Vorschlag, die Auftraggeber zur Zahlung eines Teils der SV-Beiträge zu verpflichten. Die Rentenversicherung muss endlich als Bürgerversicherung auf eine breitere finanzielle Basis gestellt werden, um Altersarmut bei Selbständigen wirksam zu vermeiden. Und ein Scheitern in der Selbständigkeit darf kein Todesurteil sein. Es muss Auffangsysteme geben, die den Weg zur zweiten Chance eröffnen.“

 

Integriertes Wohnprojekt im Zukunftsquartier Graf Bismarck


Claudius Hasenau

Am Kanal wächst zusammen, was zusammengehört: 17 hochwertige Einheiten für Betreutes Wohnen mit Gütesiegel kombiniert die APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH ab April 2017 mit drei anbieterverantworteten Wohngemeinschaften für insgesamt 24 demenziell veränderte Menschen. Als Bauherr für das 7,5 Mio. Euro teure integrierte Wohnprojekt „Leben auf Graf Bismarck“ an der Lübecker Straße konnte das Mülheimer Investoren-Ehepaar Ursula und Peter Kirchner gewonnen werden. Für die Planung zeichnet der Gelsenkirchener Architekt Ulrich Domnik verantwortlich. Die APD rechnet dabei mit rund 40 neuen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Weitere 25 Arbeitsplätze werden bei medizinischen Dienstleistern im Gebäude entstehen. „Graf Bismarck boomt,“ kommentierte Stadtrat Dr. Christopher Schmitt, Chef der Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung, das Vorhaben: „Leben auf Graf Bismarck ist attraktiv und begehrt.“ 40 % des Strombedarfs des Objektes wird über Photovoltaik-Anlagen erwirtschaftet. Die komplette Energie für die Fußbodenheizung, Warmwasserversorgung und Kühlung des Objektes wird über Geothermie sichergestellt.

 

Sozialpolitischer Skandal im Bildungsbereich

Bildung sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen. Diese „Sonntagsworte“ hört man gern. Doch die Realität ist eher ein bildungspolitischer Skandal. Freiberufliche Lehrkräfte – größtenteils mit Hochschulabschluss – werden im sozialorientierten Bildungsbereich oftmals mit Honoraren von 12,50 bis 20,- Euro pro Unterrichtsstunde abgespeist. Wohlgemerkt meist ohne eine zusätzliche Vergütung für Fahrtkosten, SV-Beiträge, Vor- und Nachbereitung sowie Unterrichtsmaterial. Wenn man dann berücksichtigt, dass keine Lehrkraft - trotz Vollzeit - an fünf Tagen in der Woche jeweils acht Stunden pro Tag unterrichten kann, ist das Gesamthonorar ein Hungerlohn und die Tätigkeit damit ein sicherer Schritt in die spätere Altersarmut. Und genau diese Lehrkräfte sollen Flüchtlingen Freude und Kompetenz in Richtung einer erfolgreichen Integration vermitteln. Da kann man nur lachen.

Leben in Rotthausen - Investitionsprojekt vor dem Abschluss


Claudius Hasenau

Nach 18-monatiger Bauzeit steht das Quartiersprojekt "Leben in Rotthausen" vor dem Abschluss. Die APD GmbH (Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen) hat als Investorengemeinschaft rund 4 Mio. Euro in ein Stadtteil- und Quartiersprojekt eingesetzt, um innovative Wohn- und Integrationskonzepte für demenzbetroffene Menschen zu entwickeln. Dieses Konzept wird vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen gewürdigt und gefördert. Durch das Projekt entstehen 35 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Gelsenkirchen braucht mehr mutige Unternehmer mit Weitblick.  

 

Wolfgang Moellers bleibt Vorsitzender der AGS


Wolfgang Moellers

Die Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) setzt die erfolgreiche Arbeit der letzten zwei Jahre fort. Die Mitglieder der Gelsenkirchener AGS haben an rund 50 verschiedenen Terminen und Aktionen teilgenommen. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde Wolfgang Moellers als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Seine Stellvertreter sind auch weiterhin Eva-Maria Siuda und Ulrich Daduna. Zu Beisitzern wurden gewählt Claudius Hasenau, Ingo Kowalczyk und Ursula Wichmann. Die 130 Mitglieder in Gelsenkirchen werden im NRW-Landesvorstand der AGS von Ingo Kowalczyk vertreten und auf der AGS-Bundeskonferenz von Ulrich Daduna. Ein Schwerpunkt der nächsten Monate wird der unternehmerische Ansatz in der Umweltpolitik sein. Wolfgang Moellers: "Die Förderung der Elektromobilität im städtischen Verkehr ist ein ganz wesentlicher Zukunftsbeitrag. Viele Unternehmer wollen ihren Fuhrpark umstellen, wenn die Stadt die richtigen Rahmenbedingungen schafft." Die AGS wird wieder die Last-Minute-Ausbildungsplatzbörse in Bottrop mitinitiieren. Weiterhin ist die soziale Absicherung von Solo-Selbständigen Schwerpunktthema. Hier gilt es die Gleichbehandlung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen einzufordern. Gerade frischgebackene Akademiker haben oftmals mit den Schwierigkeiten von Werkverträgen und den Grenzen der Scheinselbständigkeit zu kämpfen. Wolfgang Moellers: "Gute und anspruchsvolle Arbeit muss auch fair und sozial tragfähig vergütet werden."

 

Wahl zum Landesvorstand der AGS: Gelsenkirchen ist mit dabei


Ingo Kowalczyk

Die AGS-Landeskonferenz mit Vorstandswahlen fand am 13.02.16 im AWO-Zentrum Grenzstraße statt. 100 Delegierte waren aus ganz NRW eingeladen, um den weiteren Weg der AGS neu auszurichten. Die Region um Gelsenkirchen konnte sich dabei gut behaupten. Mit Susanne Brefort kommt die neue AGS-Landesvorsitzende aus Bottrop. Als Beisitzer in den Landesvorstand zogen ein: Ingo Kowalczyk aus Gelsenkirchen und Jürgen Brinkamp aus Recklinghausen. Als Delegierte für den Bundesausschuss wurden gewählt: Susanne Brefort (Bottrop) und Peter Schwertfeger aus Recklinghausen. Die beiden Gelsenkirchener AGS-Vorstandsmitglieder Wolfgang Möllers und Ulrich Daduna kandidierten als Delegierte für die Bundeskonferenz. Die AGS in Gelsenkirchen umfasst rund 130 Mitglieder aus der städtischen Wirtschaftswelt.

 

Heute: Selbständig! Morgen: Arm? Die Risiken von Soloselbständigen


Eva-Maria Siuda

Das Thema „Altersvorsorge für Selbständige“ beschäftigt die AGS in NRW. Die Zahl der Soloselbständigen in Deutschland hat sich von 1,84 Mio. im Jahr 2000 auf 2,34 Mio. in 2014 erhöht. Allerdings haben 118.000 Selbständige in 2014 ALG-II-Leistungen bezogen. Ob Krankenversicherung oder Alterssicherung: Für viele Selbständige sind selbst Mindest-Beiträge nicht immer finanzierbar. Welche Lösungsansätze es für dieses Problem gibt, diskutierte die AGS auf einer Themenveranstaltung in Düsseldorf. Veronika Mirschel (verdi) sprach sich für eine Erwerbstätigkeitsversicherung aus, ein Solidarsystem für alle. Denkbar sei für sie auch eine Auftraggeber-Sozialabgabe, die mit der Leistungs-Rechnung einzuziehen sei. Etwa ¼ aller Selbständigen würden unter 8,50 € brutto verdienen, da Selbständige nicht unter das Mindestlohngebot fielen. Dr. Andreas Lutz (VGSD-Vorsitzender) forderte, dass für die soziale Absicherung neben der staatlichen Rentenversicherung mehr Wahlmöglichkeiten zu schaffen seien. Der Schlüssel zur Vorsorge sei ein einkommensbezogener, leistbarer Mindestbeitrag zu den Sozialversicherungen. Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke (Handwerkskammer Düsseldorf) forderte, dass es neben der „Renten-Säule“ eine „steuerfinanzierte Säule“ zur Altersabsicherung geben müsse. AGS-Ansprechpartner sind: Susanne Brefort (Stellv. Vors. der AGSNRW und Mitglied des AGS-Bundesvorstandes), Jürgen Brinkamp (Vorstandsmitglied der AGSNRW, Arbeitskreis Soloselbständige).

 

Ruhrgebiet hat viele Gründer mit Migrationshintergrund

Das Ruhrgebiet ist ein internationaler Wirtschaftsstandort. Zumindest mit Blick auf die Nationalitäten der Unternehmer. Die sechs Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion mit über 5 Millionen Einwohnern haben ermittelt, dass an der Ruhr 25.600 Unternehmen von ausländischen Eigentümern betrieben werden – also mehr als 10% aller Unternehmen (243.000). Die Anzahl der ausländischen Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Verteilung nach Standorten ist ganz unterschiedlich. Die IHK Essen, Mülheim, Oberhausen liegt mit einem Anteil von 24,6% knapp vor der IHK Nord Westfalen (incl. Gelsenkirchen) mit 23,5%. Auch die Tätigkeitsschwerpunkte variieren. Im Handel dominieren türkische Eigentümer. In der Gastronomie die Italiener und Griechen sowie im Baugewerbe die Polen. Bei den größeren Unternehmen sind eher Niederländer, Schweizer und US-Amerikaner am Steuer.

Zukunft des Wirtschaftsstandortes Emscher-Lippe

Wir brauchen mehr mittelständische Unternehmen in unserer Region.“ Mit dieser Grundforderung eröffnete Markus Lübbering von der IHK eine spannende und intensive Diskussion im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Der Vorstand der AGS Gelsenkirchen war zu Gast bei der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft e.V. (www.imw-ev.de), einem Zusammenschluss von mehr als 26.000 kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Insbesondere der Wegfall von vielen Arbeitsplätzen im industriellen Bereich hat die Region schwer getroffen und lässt sich auch nicht durch Zuwächse im Dienstleistungssektor ausgleichen. An jedem Arbeitsplatz in der Industrie hängen gut zwei bis drei Folgearbeitsplätze. Zusammen mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin von Marl, Uta Heinrich, beschrieb Markus Lübbering die notwendigen Handlungsfelder für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung in der Region: „Wir müssen Industrieregion bleiben. Die Arbeitsplätze in unserer Region werden sich um die Kerne Energie, Chemie, Logistik, Pflege-/Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik und Freizeitwirtschaft herum entwickeln.“ Dazu bedarf es eines guten öffentlichen Flächenmanagements, dem Ausbau der passenden Infrastruktur (Verkehr und Digitale Netze), dem Angebot gut ausgebildeter Fachkräfte und der engen Verzahnung von Hochschulen und Wirtschaft. Sehr wichtig sind auch begleitende Faktoren wie die Standortwerbung und die Akzeptanz von Industrieansiedlungen in der Bevölkerung. Frau Heinrich appellierte zusätzlich an die Politik, endlich die Fördermittelverteilung nach Bedarf vorzunehmen und Chancengleichheit in Deutschland zu schaffen.

Gelsenkirchen: Quartiersentwicklung durch altengerechte Wohngemeinschaften


Claudius Hasenau

In der Versorgung älter werdender Menschen wandelt sich die Landschaft ambulanter und stationärer Altenhilfekonzepte immer rasanter. Das bevorzugte Wohnen in den eigenen vier Wänden stößt immer dann an Grenzen, wenn die ambulante Pflege fast ganztägig benötigt wird. Die Antwort der Pflegewirtschaft lautet: zielgruppengerechte Wohn-Pflegeangebote vor Ort. Und so wundert es nicht, dass der APD, Gelsenkirchens führender ambulanter Pflegedienst, seit Jahren in drei Projekten Wohnen mit Betreuung und Pflege in Gemeinschaft anbietet und gleichzeitig eine vorbildliche Quartiersentwicklung betreibt: Das erste Projekt war 2006 „Leben am Rheinelbepark“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wissenschaftszentrum in Gelsenkirchen. Das zweite Projekt „Leben in Schaffrath“ entstand 2008 aus der Revitalisierung einer Kirche und das dritte wurde 2011 auf dem Grundstück ebenfalls einer Kirche errichtet, und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer betreuten Wohnanlage und zu einem Kindergarten. Alle Gebäude sind über einen „Platz der Begegnung“ miteinander verbunden. Das nunmehr vierte Projekt „Wohnen in Rotthausen“ ist Prototyp für die Schaffung eines demografiefesten Quartiers. In der entkernten Hülle einer von der Stadt aufgegebenen Grundschule entstehen auf drei Ebenen insgesamt drei Wohngemeinschaften für jeweils acht Nutzer. Der Gemeinschaftsraum ist quartiersoffen. Das Gebäude liegt in einer Gartenanlage, die halböffentlich ist. Der Garten ist privater „Wohnraum“ und zugleich „Gemeinschaftsfläche“. So wird in jeder der Wohngemeinschaften „privates Wohnen“ in einem „gemeinschaftlichen Haushalt“ mit Öffnung zum Quartier geschaffen. Der erste Mieter bzw. Nutzer wird am 1. Januar 2016 einziehen.

Quelle: Claudius Hasenau, geschäftsführender Gesellschafter der APD - Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH